Der Schlagbrunnen – ein Nutzbrunnen für ländliche Gebiete

VERÖFFENTLICHT: 15.04.2011 IN Brunnenarten, Wasserfassung
 
Schlagbrunnen

Schlagbrunnen – © Ullokinani by Wikimedia

Der Schlagbrunnen, der auch unter den Synonymen Rammbrunnen bzw. Abessinierbrunnen bekannt ist, ist eine Art des Brunnenbaus, die man heute hauptsächlich in ländlichen Regionen antrifft. Für den erfolgreichen Brunnenbau muss der darunter liegende Boden gewisse Eigenschaften aufweisen. Schlagbrunnen können am besten in lockeren, steinigen Böden angelegt werden. Natürlich muss für die erfolgreiche Wasserfassung aber auch eine wasserführende Schicht vorhanden sein. Die Engländer waren die ersten, die von dieser Art des Brunnenbaus umfangreich Gebrauch machten: Im Feldzug gegen Abessinien (heutiges Äthiopien) im Jahr 1868 kamen Schlagbrunnen erstmals großflächig zum Einsatz.

Einsatzgebiete des Schlagbrunnens

Zwar kann aus einem solchen Brunnen kein Trinkwasser gewonnen werden. Er eignet sich aber nichtsdestotrotz hervorragend für die Grundwasserversorgung von kleinen Ansiedlungen oder von Ferienhäusern. Auch Kleingartensiedlungen nutzen häufig diese Art der Wasserversorgung. Aus der Landwirtschaft sind Schlagbrunnen nach wie vor nicht wegzudenken. Für Tiere ist das auf diese Weise zu Tage gebrachte Wasser nämlich unbedenklich, sodass Rammbrunnen zur Trinkwasserversorgung von Alm- und Weidetieren eingesetzt werden. Im Gegensatz zu Bohrbrunnen ist der Schlagbrunnen für den Einsatz auf Baustellen kaum geeignet, da der Grundwasserpegel damit nur bedingt gemessen werden kann.

Schlagbrunnen anlegen – so geht’s

Das Anlegen des Schlagbrunnens erfolgt mithilfe eines Stahlrohres mit einem spitzen Ende. An der Spitze befindet sich außerdem ein sogenannter Rammbrunnenfilter. Dieses Stahlrohr wird dann in die Erde gerammt, bis die Wasserschicht erreicht ist. Die maximale Tiefe des Brunnens beträgt sieben Meter. Die Wasserentnahme erfolgt dann über eine Pumpe, die entweder elektrisch oder manuell betrieben wird.

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