Ein Artesischer Brunnen – was ist das?

Artesischer Brunnen
Ein artesischer Brunnen: Das Wasser fließt von alleine © Theo Retisch – pixelio.de

Unter einem artesischen Brunnen versteht man eine natürliche Form der Wasserfassung. Dabei handelt es sich um eine Wasserquelle, die unter natürlichem Druck steht. Das Wasser tritt also von alleine an die Oberfläche. Obwohl das Wasser von alleine seinen Weg an die Oberfläche schafft, spricht man bei einem artesischen Brunnen von einem künstlichen Brunnen. Der Wasseraustritt erfolgt nämlich erst nach Bohrungen, die in der Regel vom Menschen durchgeführt werden. Andernfalls spricht man von einer artesischen Quelle. Im Gegensatz zu den meisten künstlich angelegten Brunnen ist eine zusätzliche Form der Wasserförderung allerdings (z.B. mithilfe von Pumpen) nicht mehr nötig.

Prinzip des artesischen Brunnens

Ein artesischer Brunnen entsteht durch Spannungen im Grundwasser. Diese entstehen, wenn sich tief unter der Erde eine wasserundurchlässige über eine wasserführende Gesteinsschicht legt. Der Druck entsteht durch die bestimmte Position der beiden Schichten – zum Beispiel durch Schräg- oder Senklage. Um dies zu ermöglichen, müssen natürlich auch noch andere Faktoren mitspielen, wie zum Beispiel die Beschaffenheit des Bodens. Wenn man nun an der richtigen Stelle bohrt oder gräbt, steigt das unter Druck stehende Wasser von ganz alleine nach oben.

Artesischer Brunnen auch in Deutschland?

Auch in Deutschland gibt es mehrere artesische Brunnen, zum Beispiel in Dresden oder Darmstadt. Die Wasserqualität des Brunnens in Messel bei Darmstadt ist sogar so hoch, dass man gefahrlos davon trinken kann. Seinen Namen erhielt der artesische Brunnen übrigens im zwölften Jahrhundert, als man im französischen Artois eine solches Phänomen zum ersten Mal entdeckte.